A short and subjective review of the Pioneer SC-LX85

The review is in German. If you do not master German or want to keep the story short: Buy the 85 if after all those years you still have fun writing Unix shell scripts or you use your smartphone as a USB stick. Otherwise stay clear.

Der Pioneer wurde ausnahmsweise nicht über Amazon, sondern von einem Freund bei MediaMarkt gekauft und das noch mal deutlich günstiger. Wer hätte das gedacht…

Das Gerät beim Owner ausgepackt und schon fingen die ersten Kopfschmerzen an. Es liegt ein WiFi-Ethernet Adapter bei. Ein wunderschönes Kästchen, das mit einem Kabelpärchen an eine Ethernet-Buchse und eine USB-ähnliche Buchse, die nur der Stromversorgung dient, an den Receiver angeschlossen wird. Das sieht in einer Designerwohnung natürlich besonders schick aus und weckt Reminiszenzen an die Ethernetanfänge. Das Kästchen blinkt schön mit drei Leuchtdioden in einer Melange aus gelb und grün. Schade das keine WiFi-Antenne für CB-Funk-Romantik beiliegt.

Dafür ist die Fernbedienung eine Klasse für sich. Wer seine Armada an Fernsteuerungsassistenten bereits mit einer All-In-One Kommandozentrale ergänzt hat und sich an die umständliche Bedienung und das potthässliche Aussehen gewöhnt hat, der wird feststellen, dass Pioneer lernfähig ist. Die Tasten sind schön gleichförmig und -farbig, klein und doppelt belegt. Hinzu kommt, dass man deren Myriaden noch steigern kann, in dem man das klapprige Kläppchen aufzieht. Mittendrin ist auch ein kühl leuchtendes Display, dessen Funktion ich nicht getestet habe, da ich sowieso vor dem Gerät gekniet habe.

OK, Strom ist drauf, Elacs angeschlossen, iPhone wird mit einem Y-Kabeladapter angeschlossen, damit wir die Quickwins einfahren können. Sieht zwar wieder potthässlich aus, aber es ist ja nur ein Zwischenzustand, bevor WiFi eingerichtet wird. Da traue ich mich jetzt noch nicht ran, Kopfschmerzen möchte ich auf später verschieben. Musik läuft sichtlich, aber nicht hörbar, also drehen wir die Lautstärke mal von -80dB auf. Nach einem threesixty auf dem Volumeregler befinde ich mich bei -60dB, aber hören tut man noch nichts. Erster Check: alles korrekt angeschlossen. Also gut, weiter aufdrehen. Man hört etwas, bei -55dB. OK, weiter gehts, bei -35dB läuft Musik. Der Eigentümer wischt sich ersten Angstschweiß von seiner Stirn ab. Also drehe ich wieder runter. Liegt sicher am iPhone. Aber siehe da, bei CD das gleiche. Die Internetforen diskutieren die gleiche Problematik, ein vernünftiger und funktionierender Lösungsvorschlag liegt nicht vor. An dem Wirkungsgrad der Lautsprecher liegt es jedenfalls nicht, deren Eingangsempfindlichkeit liegt vorbildlich bei 90 dB pro 2,83V und m.

Jetzt will der Owner natürlich mit seinem iPad alles entsprechend konfigurieren, also komme ich an den WiFi-Settings nicht herum. Und wie vermutet stellt sich ein stechender Kopfschmerz ein. Das WiFi-Kennwort lässt sich nur mit Pfeil-Rauf und Pfeil-Runter eingeben, obwohl ein wunderschön haptisch debiler Ziffernblock zur Verfügung steht. Leider startet die Eingabe bei “a” und der kürzeste Weg zu den Ziffern geht über sämtliche Sonderzeichen. Gefühlte 50 mal drückt man um auf eine 9 zu kommen. Ein automatischer Lauf durch lange Drücken ist leider nicht teil des 2000€ Pakets. Wer jetzt vermutet, dass man bei der zweiten Stelle wieder bei “a” anfängt, den muss ich leider bestätigen. Nach ca. 10 Minuten war die Aufgabe erledigt und glücklicherweise kenne ich auch kein Gerät (wie zum Beispiel einen Denon N7) bei dem ich diese Prozedur 10 mal hätte wiederholen müssen. Dann nur noch manuell die, per DHCP automatisch zugeteilte, IP auf die tatsächliche aus der fritz!box ändern und siehe da, eine der beiden Pioneer-Apps aus dem AppStore erkennt und steuert den Receiver.

Mit Auto-Audio-Setup klappt endlich mal etwas ohne Probleme und erkennt, dass ich beim zig-mal testen die Polarität beim linken Lautsprecher verdreht habe. Auch die Lautstärke der Testsignale entspricht absolut dem Standard (ohne sich an diese herangetastet zu haben). Also ist es naheliegend anzunehmen, dass die Lautstärkesteuerung mit dem Volumeregler einfach sinnfrei eingestellt ist. Ein versehentlicher Attenuator, Mute oder Night Modus wurden jedenfalls ausgeschlossen.

Der Verkäufer der Retoure vermutet dies läge an der logarithmischen Skala des Volumereglers und bestätigt, dass ich eine völlig überzogene, Apple-versaute Haltung gegenüber Geräten einnehme. So ein Receiver bedarf eben intensiver Beschäftigung…

Vermutlich kann das Gerät all das wofür es beworben wird. Das wird der Ex-Owner leider nicht mehr erfahren können, denn er wollte eigentlich Musik und Filme erleben und sich nicht mit vorgestriger Bedienung auseinandersetzen.

About Grischa Ekart

I am a DevOps consultant writing about Docker, Kubernetes, AWS, IT, strategy, management, mobility, business cases, apps, consumer electronics and MBA education. Talk to me on Twitter: @gekart.
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